Seife selber machen

Seife selber machen ist weit mehr als ein kreatives Hobby. Eine handgemachte Seife birgt auch positive gesundheitliche Aspekte in sich: Industriell gefertigte Seifen enthalten oft chemische Stoffe, die besonders von Allergikern nicht gut vertagen werden. Seife selber machen hat den Vorteil, dass man alle Bestandteile, aus denen die Seife gemacht wird, genau kennt und bestimmen kann.


Seife selber machen ist gar nicht so schwer. Genau genommen passiert beim Seife machen folgendes: Ein öliges Fett wird durch eine Lauge in seine Bestandteile zerlegt, wobei Glyzerin und Alkalisalze entstehen. Die Alkalisalze besitzen die Eigenschaft, Schmutz lösen zu können und sind somit die eigentliche Seife
Zum Seife selber machen wird Lauge benötigt. Lauge ist ein Gefahrenstoff und kann die Haut oder die Augen verätzen. Aus diesem Grund sind einige Vorsichtsmaßnahem einzuhalten.
Eine Schutzbrille ist unbedingt zu tragen! Lange Ärmel an der Kleidung schützen die Haut und Gummihandschuhe sind ebenfalls ein Muss beim Seife selber machen. Lange Haare sollten zurückgebunden werden. Eine Atemschutzmaske ist günstig, denn es entstehen giftige Dämpfe. Für eine gute Entlüftung des Arbeitsplatzes ist zu sorgen. Ein Waschbecken mit fließendem Wasser muss sich in nächster Nähe befinden, damit sofort Wasser zur Verfügung steht, wenn doch einmal etwas Lauge an Haut oder Augen gelangen sollte.

Folgende Arbeitsmaterialen werden zum Seife selber machen benötigt:

• Ein großer Topf aus nichtrostendem Edelstahl mit ca. drei Liter Fassungsvermögen. Der Topf sollte hoch sein, damit die Seifenmasse nicht herausspritzen kann.
• Ein kleiner Topf, ebenfalls aus Edelstahl oder hitzbeständigem Glas mit Griff und Ausgießer zum Mischen der Lauge.
• Ein kleines Plaste- oder Glasgefäß zum Abwiegen der Lauge.
• Ein Holzkochlöffel zum Umrühren. Ein Stabmixer spart Zeit, darf aber keine Aluminiumteile enthalten.
• Ein Küchenthermometer und eine genaue Küchenwaage.
• Eine Seifenform. Das kann ein Holzkästchen sein oder auch eine Silikonform. Wichtig ist, dass die Form hitzbeständig bis 100 °C ist. Die Form sollte mit Folie ausgelegt werden, damit man die Seife später gut lösen kann und die Seifenmasse nicht mit dem Material reagiert.

Für eine Menge von 1,5 kg einfacher Seife sind an Zutaten notwendig:
• 500 g Koskosfett
• 250 g Olivenöl
• 125 g Sonnenblumenöl
• 125 g Rapsöl

Diese Fette und Öle können nun in dem großen Topf langsam geschmolzen werden und zwar bei einer Temperatur von 60 °C bis maximal 90 °C. Anschließend soll der Topf langsam wieder auf 50 °C abkühlen.
Nun wird festes Ätznatron (Natriumhydroxid), das es in der Apotheke in Kristallform zu kaufen gibt, in destilliertem Wasser aufgelöst. In diesem Fall sind genau 146 g in 340 g Wasser zu lösen. Die Einhaltung der Menge ist wichtig für das Gelingen der Seife und wird für jedes Seifenrezept genau berechnet. Die Lauge ist stets in das Wasser zu geben, nie umgekehrt, da sonst die Mischung aufgrund der Hitzeentwicklung aus dem Gefäß spritzt.
Nun kann die Lauge langsam und vorsichtig in die ca. 50°C warme Fettmischung gegeben werden. Jetzt heißt es Umrühren, bis sich Fett und Lauge vollständig vermischt haben. Mit dem Kochlöffel dauert das etwa eine halbe Stunde. Ist die Masse dick wie Pudding und der Kochlöffel hinterlässt Spuren, die nicht sofort wieder verschwinden, dann kann die Masse in die Form gegossen werden. Die Form wird nun mit Tüchern abgedeckt und die Seife muss ungefähr 24 Stunden ruhen. Nun können aus dem Block einzelne Seifenstücke geschnitten werden. Erst nach zwei bis drei Wochen darf die neue Seife dann verwendet werden, denn der PH-Wert muss während des Verseifungsprozesses noch sinken, damit die Haut nicht verätzt oder gereizt wird.
Seife selber machen ist kein Hexenwerk, doch sind gewisse Vorsichtsmaßnahmen für ein unfallfreies Arbeiten unbedingt einzuhalten.

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