Die richtige Ausrüstung zum Pilze sammeln

Werkzeug

Das Messer: Es werden spezielle Pilzmesser angeboten, welche einen Holzgriff haben. Auf diesen ist ein Zentimetermaß aufgedruckt, und der Griff ist aus Holz. Außerdem verfügen sie über eine Bürste (siehe Foto). Man hatte mir eines geschenkt und ich habe es in den Wald mitgenommen. Aber nur ein Mal. Es ist zwei Zentimeter dick, 14 Zentimeter lang und wiegt fast 100 Gramm. Das trägt in der Tasche gewaltig auf. Die Bürste habe ich nie benutzt. Ich bin also wieder zu meinem einklingigen Schweizermesser übergegangen (siehe Foto). Es ist nur einen Zentimeter dick, acht Zentimeter lang und wiegt nur 23 Gramm. Man merkt es kaum in der Tasche, wohingegen das Pilzmesser wie ein Klotz in der Hosentasche lag. Als Farbe für das Messer empfiehlt sich rot, da man es so gegebenenfalls besser wiederfinden kann.

Eine Lupe: Tatsächlich empfehle ich eine Lupe mitzunehmen. So ein kleine, klappbare mit zehnfacher Vergrößerung reicht völlig aus (siehe Foto). Damit kann man zum Beispiel die Lamellen, die Hutoberfläche oder den Besatz am Stiel schon ganz genau betrachten und die Einzelheiten sind gut zu erkennen. Diese Lupe wiegt 40 Gramm, ist also noch zu ertragen.

Die Pilzbehälter: Da nimmt man Körbe. Sie sehen gut aus, passen zu der Aufmachung eines Pilzjägers und haben den Vorteil, dass das Pilzgut locker und luftig lagert. Der Korb sollte wenigstens 35 Zentimeter lang, 25 Zentimeter breit und 15 Zentimeter tief sein. Ich habe dann noch einen viel größeren Korb im Wagen stehen, in den ich das Pilzgut tue, das ich bereits gefunden habe. Dann gehe an einer neuen Stelle mit dem entleerten Pilzkorb weiter. Oft habe ich auch noch einen zweiten Korb im Wald mit dabei, in dem sich noch kleine Schachteln befinden. In denen sammele ich alle Pilze, die ich bestimmen möchte. Aber es reicht natürlich auch ein einzelner Korb. Niemals darf man Pilze, die man nicht kennt, mit den Speisepilzen in einen Korb tun. Das kann wirklich tödlich ausgehen. In Plastiktüten zu sammeln, ist gefährlich. Die Pilze haben in dem undurchlässigen Beutel kaum Luft – und der Verwesungsprozess kann dann schnell einsetzen. Beim Verwesen bilden sich Gifte. Es kommt zu Pilzvergiftungen, die nur wegen der Nutzung eines falschen Behälters entstehen. Außerdem zermatschen und zerbrechen bestimmte Pilzarten in der Plastiktüte; das Ganze sieht dann schrecklich aus und ist kaum noch zu gebrauchen. Manche nehmen noch Stofftaschen mit. Das ist in Ordnung, wenn man feste Pilze, wie Steinpilze sammelt und hat den Vorteil, dass man bei größeren Funden nichts stehen lassen oder bei größerer Entfernung zum Auto oder Fahrrad nicht zwischendurch abladen muss.

Pilzbuch: Für die Bestimmung vor Ort.

Bekleidung

Zur Pilzhauptsaison, also September bis November, ist es oft ziemlich nass im Wald. Man geht über grasbewachsene, taufeuchte Waldwege oder unter tropfenden Bäumen hindurch. Nach meiner Erfahrung muss man damit leben, dass man bei diesem Wetter schließlich doch ein wenig nass wird.

Beginnen wir oben, am Kopf: Hier habe ich mir eine wasserdichte Schirmmütze (zum Beispiel mit texapore von Globetrotter) gekauft, weil es mich störte, alle möglichen Insekten auf dem Kopf zu haben. Außerdem ist diese Mütze wirklich für mehrere Stunden wasserdicht, kostet rund 30 Euro. Der Schirm ist günstig, weil ich Brillenträger bin und die Tropfen dann die Brille nicht unbrauchbar machen.

Ganz wichtig ist die Jacke: Sie sollte ebenfalls wasserdicht und atmungsaktiv sein. Als Farbe wähle ich ein dunkles Grün, das passt zum Wald. Die Jacke sollte zwei Taschen mit Reißverschluss haben und eine Kapuze. Reißverschlüsse sind wichtig, damit nichts herausfallen kann, zum Beispiel die Wagenschlüssel. Man bückt sich ja oft. Falls es richtig regnet und man mit dem Wagen unterwegs ist, kann man sich ja eine zusätzliche Garnitur trockener Sachen zum Wechseln in den Wagen legen und sich dann nach dem Pilzesuchen umziehen.

Die Hose: Da zieh ich einfach eine Jeans an und lass sie bei Regen im unteren Bereich nass werden. Ich habe mir vor Jahren Hosen gekauft, die wasserdicht sein sollten. Das waren sie wohl auch, nur schon nach einer Stunde waren die Hosen innen so feucht wie aussen und es war einfach ein schreckliches Gefühl von Klebrigkeit. Innen waren sie so schnell feucht geworden, weil der Körper transpiriert und sich dann Feuchtigkeit an der Innenseite niederschlägt, weil letztendlich diese Hose jedenfalls nicht „geatmet“ hat. Vielleicht gibt es heutzutage richtig teure Hosen, die das können. Ich jedenfalls werde weiter mit den etwas nassen Hosen leben. Das Wichtigste ist, dass der Oberkörper bis hin zu dem Nierenbereich trocken ist und das kann man mit heutiger Bekleidung, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen, erreichen.

Die Schuhe: Nach meiner Erfahrung sind die richtigen Schuhe mit das Wichtigste an Bekleidung. Sie müssen auf jeden Fall ein ordentliches Profil haben. Denn im Wald braucht man Halt, es geht rauf und runter, tote Zweige liegen da, der Grasboden kann glitschig sein. Da knickt man mit den falschen Tretern leicht um, und das mitten im Wald. Ich ziehe – selbst bei gutem Wetter – immer Wanderschuhe zum Pilzsuchen an (Gore-tex). Sie sind so hoch, dass sie über die Knöchel reichen, was Stabilität des Ganges an Hängen und im unwegsamen Gelände garantiert. Sie sind inzwischen so leicht wie ein Halbschuh. Wenn es richtig feucht ist, ziehen manche Gummistiefel an. Das hab ich auch probiert und wieder gelassen. Zu wenig Halt an Hängen oder in schwierigem Gelände. Da werde ich lieber an den Waden ein bisschen nass.

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